Ausgangslage

Die Arbeit mit Straßenkindern in La Paz beschränkt sich hauptsächlich auf den stationären Bereiche. Je nach Einrichtung gibt es verschieden hohe Eintrittsschwellen, jedoch überall Regeln, die zu befolgen sind. Jetzt ist es in der Praxis der Heime sehr oft der Fall, dass ein Junge oder ein Mädchen kommt und aufgenommen wird, aber innerhalb weniger Tage wieder wegläuft, da der Wechsel von der Straße in das Heim einen zu großen Bruch darstellt. Auf einmal werden Dinge nicht mehr akzeptiert, die noch vor kurzem überlebensnotwendig waren (Clefa, Gewalt, etc.). Ist der Wille zum Ändern des eigenen Lebenswandels nicht felsenfest, bleibt nur in der Flucht der einzige Ausweg aus der Situation. Auf Dauer ergibt sich das Problem, dass durch solche Kurzaufenthalte der gesamte Heimbetrieb gestört wird, da Ein- und Austritte immer auch Auswirkungen auf die restlichen Kinder haben. Auch die Arbeit von BetreuerInnen, PsychologInnen und SozialarbeiterInnen wird dadurch erschwert.

MPK wäre die erste derartige Einrichtung in La Paz bzw. El Alto. Auch hier gibt es Regeln zu befolgen, jedoch sind diese weiter gefasst. Ein Verstoß zieht auch eine Sanktion nach sich, doch durch den offenen Charakter der Einrichtung wird der Ablauf durch das Kommen und Gehen nicht gestört, im Gegenteil, es gehört zum Profil von MPK.

Eine Vielzahl von Straßenkindern bleibt vom derzeitigen System unberücksichtigt, da die weiter oben beschriebenen Charakteristika (vor allem Psychologische Aspekte und Sozialverhalten) eine derart schwere Ausprägung aufweisen, das sie in jedem Programm durchfallen. Über MPK hat man die Möglichkeit diesen Kindern zumindest eine Begleitung anzubieten und eine Befriedigung der untersten Grundbedürfnisse (waschen, Frühstück, etc.) zu ermöglichen.

 
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